Ratgeber 23. September 2026 10 Min. Lesezeit 7 Aufrufe

E-Auto Mietwagen laden: So zahlst du nicht zu viel für Strom

E-Auto Mietwagen laden: So zahlst du nicht zu viel für Strom

Wer zahlt eigentlich den Strom, wenn du ein Elektroauto mietest? Du. Die eigentliche Frage ist, wie viel. Gibst du den Wagen mit zu leerem Akku zurück, lädt der Vermieter nach und stellt dir das in Rechnung – bei Hertz sind das 0,80 € pro Kilowattstunde, plus 25 € Bearbeitungsgebühr, wenn der Akku unter 20 % steht. Keine fünf Kilometer vom Frankfurter Flughafen entfernt kostet die Kilowattstunde am 150-kW-Schnelllader eines Discounters heute 0,47 € – ad hoc, mit deiner eigenen Karte.

Dieser Guide zeigt, was in den Mietbedingungen zum Laden steht, warum die Ladekarte des Vermieters selten die beste Wahl ist und wo du vor der Rückgabe an großen Flughäfen günstig nachlädst. Mit echten Preisen aus unserer Datenbank, Stand 23. September 2026.

Was der Mietvertrag beim E-Auto zum Laden regelt

Beim Verbrenner ist die Sache klar: voll abholen, voll zurückgeben. Beim Elektro-Mietwagen gibt es diese Regel so nicht, weil Akkus selten auf 100 % geladen übergeben werden. Stattdessen arbeiten die großen Vermieter mit einem Mindest-Ladestand.

  • Hertz versucht laut seinen Mietbedingungen für Elektrofahrzeuge, den Wagen mit mindestens 75 % zu übergeben. Zurück soll er mit dem gleichen Stand oder mit 75 %, je nachdem, welcher Wert niedriger ist. Fehlt etwas, lädt Hertz nach: 0,80 € pro kWh, unter 20 % Restladung kommen 25 € Bearbeitung dazu.
  • Sixt übergibt alle Elektroautos laut eigenem Mietwagenleitfaden zum E-Auto-Laden mit mindestens 80 %. Wer weniger zurückbringt, zahlt laut Sixt-Hilfeseiten eine Servicegebühr – es sei denn, er hat vorab eine Ladevorauszahlung gebucht.
  • Bei anderen Vermietern und kleinen Stationen gelten eigene Regeln. Der Ladestand steht im Übergabeprotokoll, und genau diese Zahl zählt später.

Wichtig ist das Kleingedruckte um den Ladestand herum. Hertz verlangt zum Beispiel, dass ein Elektroauto an derselben Station zurückgegeben wird, an der es abgeholt wurde, weil nicht jede Filiale E-Autos betreut. Wer spontan an einem anderen Ort abgibt, riskiert eine Einweggebühr. Und wer den Akku unter 10 % fallen lässt, verstößt gegen die Bedingungen; Ausfälle durch leeren Akku gehen dann auf dich.

Übergabe eines Elektro-Mietwagens im Parkhaus, Ladestand wird im Protokoll festgehalten
Bei der Abholung zählt der dokumentierte Ladestand – er ist die Messlatte für die Rückgabe. 

Die Ladekarte vom Vermieter: bequem, aber teuer und intransparent

Fast jeder große Vermieter drückt dir bei der Abholung eine Ladekarte oder einen Schlüsselanhänger in die Hand. Bei Sixt und Hertz läuft das über das Netz von Shell Recharge. Das klingt praktisch: kein Konto, keine App, abgerechnet wird nach der Miete.

Der Haken liegt genau in diesem „nach der Miete“. Welchen Preis du an einer bestimmten Säule zahlst, siehst du vorher meist nicht. Sixt selbst beziffert die Kosten fürs Schnellladen in seinem Leitfaden auf 0,64 bis 0,81 € pro kWh. Das ist Roaming-Niveau: Du lädst beim Betreiber X, abgerechnet wird über einen Dritten, und jeder in der Kette will mitverdienen. Genau diese Roaming-Aufschläge zahlst du mit, ohne sie je zu sehen.

Dazu kommen Nebenkosten, die sich erst auf der Endabrechnung zeigen:

  • Blockier- und Leerlaufgebühren reicht der Vermieter weiter, oft mit Bearbeitungsgebühr. An Tesla-Superchargern sind das 0,50 € pro Minute, bei voller Station 1,00 €.
  • Verlust der Ladekarte kostet bei Hertz 20 €.
  • Ladekabel sind teuer. Fehlt eines bei der Rückgabe, berechnet Hertz in Deutschland je nach Kabeltyp 360 € oder 560 €.

Unsere Haltung dazu ist klar: Die Vermieter-Karte ist eine Notlösung, keine Empfehlung. Sie bindet dich an ein Netz, zeigt dir keinen Preis und verschiebt die Rechnung in die Zukunft. Du brauchst sie nicht.

Ad-hoc laden: Mit der eigenen Karte zahlen, sofort Bescheid wissen

Die Alternative heißt Ad-hoc-Laden. Du fährst an die Säule, zahlst mit deiner eigenen Kredit- oder Debitkarte, per Smartphone oder über einen QR-Code, und bekommst sofort einen Beleg. Kein Vertrag, keine Registrierung, keine Abrechnung Wochen später. Hertz schreibt in seinen Bedingungen ausdrücklich, dass du jede öffentliche Ladestation nutzen darfst – die Kosten trägst du dann direkt.

Für Mietwagen passt das besonders gut. Du bist oft fremd in der Stadt, lädst ein- oder zweimal und willst danach keine Kundenkonten bei Betreibern anlegen, die du nie wieder brauchst. Seit der EU-Verordnung AFIR müssen neue Schnelllader ab 50 kW Kartenzahlung anbieten; bei älteren Säulen hilft in der Regel ein QR-Code mit Webzahlung. Was dabei an Preisen üblich ist und welche Rechte du an der Säule hast, steht in unserem Ratgeber zum Ad-hoc-Laden ohne Vertrag.

Ein Blick in unsere Datenbank zeigt, dass das gerade an Flughäfen gut funktioniert, also dort, wo die meisten Mietwagen starten und enden. Von 57 Ladestandorten in Deutschland mit „Flughafen“ oder „Airport“ im Namen akzeptieren 55 Kreditkarte, 54 bieten einen QR-Code zum Bezahlen, 51 kontaktlose Zahlung. Nur an einem einzigen Standort ist laut unseren Daten ausschließlich eine RFID-Karte hinterlegt. Eine Ladekarte ist dort also fast nie zwingend.

Ad-hoc-Laden mit Kreditkarte am Kartenleser einer LadesäuleKontaktlos zahlen statt Ladekarte: An fast allen Flughafen-Standorten in unserer Datenbank geht das.

Vor der Rückgabe laden: Preise an großen Flughäfen

Die Tabelle zeigt Ladestandorte direkt an oder nahe bei deutschen Flughäfen. Die Preise sind Ad-hoc-Preise aus unserer Datenbank vom 23. September 2026, gerundet und ohne Gewähr – an der Säule gilt immer der dort angezeigte Preis. In der letzten Spalte steht jeweils, was unsere Karte als günstigere Säule in der Nähe vorschlägt.

Flughafen Standort Leistung Preis/kWh Günstiger in der Nähe
Frankfurt Tesla Supercharger, Am Flughafen (20 Ladepunkte) 250 kW DC 0,49 € (23–4 Uhr: 0,38 €) –
Frankfurt Allego Gateway Gardens (6 Ladepunkte) 300 kW DC 0,76 € Aldi Süd, 4,7 km, 150 kW: 0,47 €
Frankfurt Vattenfall Airportring (60 Ladepunkte) 11 kW AC 0,37 € Aldi Süd, 2,7 km, 22 kW: 0,29 €
Leipzig/Halle EnBW Am Flughafenbahnhof (8 Ladepunkte) 200–400 kW DC 0,66 € Tesla Leipzig-Flughafen, 3,8 km: 0,51 €
Hannover Tesla Supercharger Langenhagen (7 Ladepunkte) 250 kW DC 0,59 € (0–8 Uhr: 0,37 €) –
Düsseldorf B&B Hotel Airport (6 Ladepunkte) 11 kW AC 0,59 € Aldi Süd, 2,4 km, 22 kW: 0,29 €
Nürnberg Parkhaus P5 (8 Ladepunkte) 22 kW AC 0,52 € 3,3 km, 11 kW: 0,40 €

Zwei Dinge fallen auf. Erstens liegen zwischen zwei Schnellladern am selben Flughafen fast 30 Cent pro kWh: In Frankfurt kostet Allego in Gateway Gardens 0,76 €, der Supercharger am selben Flughafen 0,49 €. Zweitens sind die langsamen AC-Säulen in den Parkhäusern nur dann sinnvoll, wenn der Wagen ohnehin Stunden steht, etwa weil du ihn am Vorabend in der Nähe abstellst. Für den schnellen Stopp auf dem Weg zum Terminal brauchst du DC.

Ein konkretes Beispiel für so eine Säule ist die Ladestation im Parkhaus P5 am Flughafen Nürnberg: acht Typ-2-Ladepunkte mit 22 kW, bei unserem Abruf am 23. September waren sieben davon frei. Wer in Frankfurt abgibt, findet auf der Übersicht der Ladesäulen in Frankfurt am Main alle Standorte rund um den Flughafen mit Live-Preis.

Ein Hinweis zu den Superchargern: Mit einem gemieteten Tesla startet der Ladevorgang automatisch, abgerechnet wird über den Vermieter. Fährst du ein anderes Fabrikat, brauchst du an vielen Superchargern die Tesla-App mit eigenem Konto – das ist streng genommen kein Ad-hoc-Laden, und der Preis kann von dem in der Tabelle abweichen. Wie das funktioniert und was es kostet, erklärt unser Guide zu Tesla-Superchargern für Fremdmarken.

chnellladepark nahe einem deutschen Flughafen mit mehreren ladenden ElektroautosZwischen zwei Schnellladern am selben Flughafen können fast 30 Cent pro Kilowattstunde liegen. 

Rechnung: Selbst laden oder nachladen lassen?

Nehmen wir einen typischen Elektro-Kompaktwagen mit 64 kWh nutzbarem Akku. Abgeholt mit 75 %, zurückgebracht mit 15 %. Es fehlen also 60 % oder 38,4 kWh.

Variante Rechnung Kosten
Hertz lädt nach (unter 20 % Restladung) 38,4 kWh × 0,80 € + 25 € 55,72 €
Selbst laden, Allego Frankfurt 38,4 kWh × 0,76 € 29,18 €
Selbst laden, Aldi Süd nahe Flughafen Frankfurt 38,4 kWh × 0,47 € 18,05 €
Selbst laden, Supercharger Frankfurt tagsüber* 38,4 kWh × 0,49 € 18,82 €
Selbst laden, Supercharger Frankfurt nachts* 38,4 kWh × 0,38 € 14,59 €

* Supercharger-Preise laut unserer Datenbank; für Fremdmarken ohne Tesla-Mitgliedschaft kann Tesla abweichende Preise verlangen.

Beim Schnellladen gehen ein paar Prozent als Wärme verloren, du zahlst also etwas mehr Energie, als im Akku ankommt. Am Ergebnis ändert das wenig: Selbst an der teuersten Säule in der Tabelle sparst du gegenüber dem Nachladen durch den Vermieter gut 26 €. Zeitlich kostet dich der Stopp an einem 250-kW-Lader bei den meisten Kompaktwagen gut 20 bis 30 Minuten.

Anders sieht es aus, wenn du den Akku nur ein bisschen leerfährst. Bringst du das Auto mit 55 % statt 75 % zurück, fehlen 12,8 kWh. Das kostet bei Hertz 10,24 €, am Aldi-Schnelllader 6,02 €. Für gut vier Euro Unterschied lohnt sich ein Umweg mit Wartezeit am Rückgabetag nur dann, wenn die Säule ohnehin auf dem Weg liegt.

Und die Ladevorauszahlung?

Hertz bietet mit der Charge Purchase Option eine Pauschale an, nach der du den Wagen mit 10 bis 70 % zurückgeben darfst. Sixt hat mit der Ladevorauszahlung ein ähnliches Modell. Das kann sich lohnen, wenn dein Flug früh geht und du am Rückgabetag keine Minute übrig hast. Für alle anderen gilt: Du zahlst einen festen Preis für Strom, den du vielleicht gar nicht verbrauchst. Nicht genutzte Ladung erstattet Hertz ausdrücklich nicht. Wer ohnehin unterwegs Ad-hoc lädt, braucht die Option nicht.

Checkliste für den Elektro-Mietwagen

  1. Ladestand bei Abholung festhalten. Foto vom Display mit Kilometerstand machen und prüfen, ob der Wert im Protokoll steht.
  2. Kabel zählen. Typ-2-Kabel für öffentliche AC-Säulen und eventuell ein Kabel für die Haushaltssteckdose. Fehlt etwas, sofort melden, sonst haftest du dafür.
  3. Rückgabe-Regel klären. Welcher Ladestand gilt, und muss das Auto an dieselbe Station zurück?
  4. Ladestopp vor der Rückgabe einplanen. Lieber 20 bis 40 Kilometer vor dem Flughafen laden, dann bist du nicht auf die eine Säule am Terminal angewiesen.
  5. Eigene Karte statt Vermieter-Karte. Ad-hoc zahlen, Beleg aufheben. Die Vermieter-Karte ist die Reserve.
  6. Nach dem Laden sofort wegfahren. Blockiergebühren landen über den Vermieter auf deiner Rechnung, samt Bearbeitungsgebühr.

So hilft dir LadeSofort mit dem Mietwagen

Der einzige echte Nachteil beim Ad-hoc-Laden ist, dass du den Preis erst an der Säule siehst. Genau das löst die LadeSofort-Karte: Du siehst vorab, was die Kilowattstunde an welcher Säule kostet, wie viele Ladepunkte gerade frei sind und welche günstigere Säule in der Nähe liegt. Das ist am fremden Flughafen Gold wert, wenn zwischen zwei Schnellladern 30 Cent Unterschied liegen.

Planst du eine längere Strecke mit dem Mietwagen, zum Beispiel vom Flughafen in den Urlaubsort und zurück, legt dir der LadeSofort-Routenplaner die Ladestopps passend zum Akku. Karte und App sind kostenlos. Unser Eigeninteresse sagen wir offen: Wir wollen, dass du uns nutzt. An deinem Ladevorgang verdienen wir nichts – LadeSofort ist spendenfinanziert und nimmt keine Betreiber-Provisionen, auch nicht von den Betreibern in der Tabelle.

Fazit: Laden ist beim Mietwagen dein Job, und er lohnt sich

Beim Elektro-Mietwagen ist Strom in aller Regel nicht inklusive. Wer den Akku bei der Rückgabe unter die vereinbarte Marke fallen lässt, zahlt beim Vermieter deutlich mehr als an der Säule. Lass die Ladekarte im Handschuhfach, zahl mit deiner eigenen Karte und lade vor der Rückgabe an einem Schnelllader mit fairem Preis. Die 20 bis 30 Minuten zahlen sich fast immer aus.

Häufige Fragen

Muss ich einen Elektro-Mietwagen vollgeladen zurückgeben?

Nein, voll muss er nicht sein. Maßgeblich ist der im Vertrag vereinbarte Mindest-Ladestand. Bei Hertz ist das der Stand bei Abholung oder 75 %, je nachdem, was niedriger ist. Sixt übergibt mit mindestens 80 % und berechnet bei weniger eine Servicegebühr, sofern du keine Ladevorauszahlung gebucht hast.

Ist das Laden im Mietpreis enthalten?

In der Regel nicht. Die Stromkosten während der Miete trägst du selbst, egal ob du mit der Ladekarte des Vermieters oder mit deiner eigenen Karte an der Säule zahlst. Ausnahmen sind Sondertarife, die ausdrücklich eine Ladepauschale enthalten.

Kann ich einen Mietwagen mit meiner eigenen Kreditkarte laden?

Ja. Du darfst jede öffentliche Ladesäule nutzen und ad hoc mit Kredit- oder Debitkarte, per Smartphone oder QR-Code bezahlen. Das ist oft günstiger als die Vermieter-Karte, und du siehst den Preis an der Säule sofort statt erst auf der Endabrechnung.

Was passiert, wenn der Akku des Mietwagens leer wird?

Dann gilt das als selbst verschuldete Panne. Die Vermieter stellen Abschlepp- oder Rückführungskosten in Rechnung. Hertz verbietet zudem ausdrücklich, den Akku unter 10 % fallen zu lassen. Plane Ladestopps deshalb frühzeitig, am besten mit Reserve von 15 bis 20 %.

Lohnt sich die Ladevorauszahlung beim Mietwagen?

Nur, wenn du am Rückgabetag keine Zeit zum Laden hast. Du zahlst eine Pauschale für eine volle Ladung, nicht genutzter Strom wird nicht erstattet. Wer unterwegs ohnehin ad hoc lädt und vor der Rückgabe 20 bis 30 Minuten für einen Schnelllader einplant, fährt ohne sie meist günstiger.

Tags:
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