EnBW-Ladepreise: Der Sommer-Rabatt endet am 30. September
Am 30. September ist Schluss. Dann läuft die Sommer-Preisaktion der EnBW aus, und ab dem 1. Oktober zahlen Tarifkunden an EnBW-Säulen wieder fünf Cent mehr pro Kilowattstunde. Wer ohne Vertrag lädt, merkt davon nichts – und das sagt mehr über Ladetarife aus, als der Rabatt selbst.
Was ab dem 1. Oktober wieder gilt
Die EnBW hatte die Aktion am 7. Juli angekündigt: vom 8. Juli bis 30. September 2026 fünf Cent Rabatt pro Kilowattstunde in allen mobility+ Ladetarifen, ausschließlich an eigenen Ladepunkten. Das war ausdrücklich befristet, eine Verlängerung ist bislang nicht angekündigt. Ab Oktober greift wieder die reguläre Preisliste (Quelle: EnBW-Pressemitteilung vom 7. Juli 2026).
| EnBW mobility+ Tarif | bis 30.09.2026 | ab 01.10.2026 |
|---|---|---|
| Ladetarif S (ohne Grundgebühr) | 51 ct/kWh | 56 ct/kWh |
| Vorteilstarif L (für EnBW-Energiekunden) | 30 ct/kWh | 35 ct/kWh |
| Ad-hoc, also ohne Vertrag und ohne App | unverändert | unverändert |
Die Vorteilstarife S, M und L sind an einen bestehenden Strom-, Gas- oder Wärmevertrag bei der EnBW gekoppelt und liegen zehn Prozent unter den regulären Ladetarifen. Sprich: Der 30-Cent-Preis, mit dem die Aktion beworben wurde, war nie der Normalfall, sondern das Ende einer Rabattkette aus Energievertrag plus Ladevertrag plus Sommeraktion.
Drei Posten, die der Rabatt nie berührt hat
- Ad-hoc-Preise. Spontanes Laden per Giro- oder Kreditkarte war von der Aktion ausgenommen – das steht so in der Mitteilung.
- Fremde Ladepunkte. Lädt man mit der EnBW-Karte bei anderen Betreibern, gelten laut EnBW variable Preise von 56 bis maximal 89 ct/kWh. Auch die blieben außen vor.
- Blockiergebühr. Ab vier Stunden Anschlussdauer werden 10 Cent je weiterer Minute fällig, gedeckelt bei 12 Euro pro Ladevorgang.
Das ist der ehrliche Kern dieser Aktion: Rabattiert wurde dort, wo ohnehin schon ein Vertrag läuft. Genau so funktionieren Ladetarife – sie belohnen Bindung, nicht Fahrleistung. Wer im Sommer wegen der fünf Cent einen Tarif abgeschlossen hat, zahlt ab Oktober den vollen Preis und hat je nach Tarifstufe zusätzlich eine monatliche Grundgebühr am Bein. Ob sich das rechnet, hängt allein an der geladenen Menge – wir haben das im Detail unter Ladekarte oder ad-hoc: wann sich ein Vertrag wirklich lohnt durchgerechnet.
Unsere Zahlen vom 22. September
In unserer Datenbank sind aktuell 2.614 EnBW-Standorte mit 12.494 Ladepunkten in 1.454 Städten und Gemeinden erfasst. Der günstigste gelistete Ad-hoc-Preis bei EnBW liegt bei 0,56 €/kWh, der Durchschnitt bei 0,65 €/kWh – nachzusehen auf unserer Betreiberseite zu EnBW.
Interessanter wird es beim Blick auf eine Stadt. In Karlsruhe, dem Sitz der EnBW, stehen 78 Standorte mit 332 Ladepunkten von 17 Betreibern, 40 davon sind EnBW-Standorte. Die Ad-hoc-Preise reichen dort von 0,17 bis 1,01 €/kWh, im Schnitt sind es 0,60 €/kWh. Eine Ladung von 40 kWh kostet also je nach Säule zwischen knapp 7 und gut 40 Euro.
Rechnet man das gegen die Tarifwelt: 40 kWh im Ladetarif S kosten ab Oktober 22,40 Euro. An einem Aldi-Süd-Schnelllader in Karlsruhe, gelistet mit rund 0,47 €/kWh, sind es ad hoc 18,80 Euro – ohne Vertrag, ohne Grundgebühr, ohne App. Ehrlich dazugesagt: An einer EnBW-Säule selbst ist ad hoc meist teurer als der Tarif – 40 kWh zum EnBW-Durchschnitt von 0,65 €/kWh sind 26 Euro. Nur muss eben niemand an der EnBW-Säule laden. Der Unterschied zwischen zwei Säulen im selben Stadtgebiet ist größer als der gesamte Sommerrabatt.
Der Hebel liegt in der Säule, nicht im Tarif
Fünf Cent pro Kilowattstunde sind bei 40 kWh genau zwei Euro. Die Wahl der Säule bringt in Karlsruhe ein Vielfaches davon. Der einzige echte Nachteil beim Laden ohne Vertrag war immer, dass man den Preis erst an der Säule sieht – und genau das lösen wir: Auf der LadeSofort-Karte steht der Ad-hoc-Preis vor der Abfahrt, zusammen mit Ladeleistung, Steckertyp und, wo der Betreiber Live-Daten liefert, der aktuellen Verfügbarkeit. Kostenlos, ohne Konto, ohne Abo.
Rückendeckung kommt aus Brüssel: Die EU-Verordnung über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe schreibt an neuen öffentlichen Ladepunkten ein Bezahlen per gängiger Karte vor (Verordnung (EU) 2023/1804, AFIR). Ad-hoc ist damit kein Notnagel für Vergessliche, sondern der gesetzlich vorgesehene Normalweg.
Fazit
Bis zum 30. September lohnt es sich für EnBW-Tarifkunden, größere Ladungen mitzunehmen. Danach ändert sich der Preis, an dem sich die meisten orientieren, um fünf Cent – während der Unterschied zwischen der günstigsten und der teuersten Säule einer Stadt das Zehnfache betragen kann. Wer das vor der Fahrt vergleicht, spart mehr als jede befristete Aktion hergibt. Wie sich die Ad-hoc-Preise in Deutschland insgesamt entwickeln, haben wir unter Was Ad-hoc-Laden aktuell kostet ausgewertet.
Häufige Fragen
Wann endet die EnBW-Sommeraktion?
Am 30. September 2026. Der Rabatt von fünf Cent pro Kilowattstunde galt seit dem 8. Juli in allen EnBW mobility+ Ladetarifen und nur an EnBW-eigenen Ladepunkten. Eine Verlängerung hat die EnBW bislang nicht angekündigt.
Werden die Ad-hoc-Preise bei EnBW jetzt teurer?
Nein. Die Ad-hoc-Preise waren von der Aktion ausgenommen und ändern sich zum 1. Oktober nicht. Bei den von uns gelisteten EnBW-Standorten beginnen sie bei 0,56 €/kWh und liegen im Schnitt bei 0,65 €/kWh.
Was kostet eine Ladung ab dem 1. Oktober im Ladetarif S?
56 Cent pro Kilowattstunde an EnBW-Ladepunkten, also 22,40 Euro für 40 kWh. Der Tarif S kostet keine monatliche Grundgebühr, die größeren Tarife M und L schon.
Lohnt sich ein EnBW-Ladetarif nach dem Aktionsende noch?
Das hängt an der Lademenge und daran, wo geladen wird. Ein Tarif rechnet sich erst, wenn regelmäßig viel Strom über EnBW-Säulen läuft und die Grundgebühr wieder hereinkommt. Wer selten oder an wechselnden Betreibern lädt, fährt mit Ad-hoc-Zahlung per Giro- oder Kreditkarte in aller Regel günstiger – vorausgesetzt, der Preis wird vorher verglichen.