Deutschlandnetz: 100 von 200 Autobahn-Ladeparks stehen
Halbzeit an der Autobahn: Laut electrive vom 28.09.2026 sind 100 von 200 Autobahn-Standorten des Deutschlandnetzes fertig. Der hundertste Park steht an der A81 auf dem Rastplatz Räthisgraben, Fahrtrichtung Stuttgart. Für dich heißt das: Auf langen Strecken wird es leichter, ohne Vertrag und ohne App zu laden. Beim Preis bleibt trotzdem Vorsicht angebracht.
Der 100. Park: sechs Ladepunkte, bis zu 400 kW
Betreiber des Jubiläumsstandorts ist E.ON Drive. Nach den electrive-Angaben stehen dort drei Alpitronic-Stationen vom Typ HYC400 mit zusammen sechs Ladepunkten, jeder mit bis zu 400 kW. Ob dein Auto so viel zieht, hängt von seiner Ladekurve ab: Die meisten aktuellen Modelle liegen deutlich darunter, der Park hat also Reserven für die nächsten Fahrzeuggenerationen. Ecomento berichtet, dass sich dort mit gängigen Debit- und Kreditkarten bezahlen lässt.
Was vom Deutschlandnetz jetzt steht – und was noch fehlt
Das Bundesprogramm umfasst über 1.000 Standorte mit rund 9.000 Schnellladepunkten. Rund 900 davon liegen in Städten und im ländlichen Raum, 200 an der Autobahn mit zusammen etwa 1.000 Ladepunkten. Vier Betreiber teilen sich die Autobahn-Standorte: E.ON Drive, TotalEnergies, Fastned und Autostrom Nord. TotalEnergies hat nach electrive 11 seiner 33 Standorte in Betrieb, drei weitere gingen gerade ans Netz.
Der Zeitplan hält nicht ganz: Ursprünglich sollte alles Ende 2026 stehen. Laut electrive werden auch 2027 und in geringem Umfang 2028 noch Standorte fertig. Wer eine Route durch dünn versorgte Abschnitte plant, sollte sich deshalb nicht auf einen Park verlassen, der „bald" kommt, sondern auf einen, der schon in Betrieb ist. Das Bundesverkehrsministerium beschreibt das Programm als Ergänzung zum marktgetriebenen Ausbau.
Warum das für Ad-hoc-Lader wichtig ist
Das Deutschlandnetz ist auf Kartenzahlung ausgelegt: Du fährst hin, hältst Debit- oder Kreditkarte ans Terminal, lädst, fährst weiter. Ohne Abo, ohne Grundgebühr, ohne Betreiber-App. Genau so soll Ad-hoc-Laden funktionieren. Je mehr Autobahn-Parks dazukommen, desto seltener bist du auf eine Ladekarte angewiesen, nur weil an der Strecke sonst nichts Passendes steht. Mehr zur Praxis auf Langstrecken findest du in unserem Beitrag zum Laden auf der Autobahn.
Was der Strom kostet: Die Meldung nennt keine Preise
Weder electrive noch ecomento nennen einen kWh-Preis für den neuen Park. Das ist keine Nebensache, denn Schnellladen an der Autobahn ist selten der günstigste Strom. Ein Blick in unsere Daten (Stand 29.09.2026, Nutzermeldungen und Live-Daten):
| Wert | Ad-hoc-Preis pro kWh |
|---|---|
| Alle 36.630 gelisteten Ad-hoc-Stationen (1.083 Betreiber), Durchschnitt | ca. 0,47 € |
| TotalEnergies, 463 Standorte in 364 Städten, Durchschnitt | ca. 0,71 € |
| TotalEnergies, Spanne zwischen günstigstem und teuerstem Standort | ca. 0,48 bis 1,20 € |
| Fastned, 1 gelisteter Standort in Deutschland (Dorfen) | ca. 0,69 € |
Zwei Dinge fallen auf. Erstens liegen HPC-Betreiber deutlich über dem Gesamtschnitt. Zweitens streut allein TotalEnergies um mehr als das Doppelte, je nach Standort. Bei Fastned ist unsere Datenbasis mit einem Standort dünn; den Wert nimm deshalb als Einzelbeleg, nicht als Trend. Ob die Deutschlandnetz-Parks von E.ON Drive, TotalEnergies und Co. günstiger oder teurer sind als die Umgebung, lässt sich erst sagen, wenn dort Preise gemeldet sind. Wir tragen sie ein, sobald sie in der Community auftauchen.
So planst du die nächste Autobahnfahrt
Schau vor der Abfahrt auf die Betreiberseite und die Karte: Dort siehst du Preis und Verfügbarkeit vorab, bevor du auf den Rastplatz einbiegst. Das löst den einzigen echten Nachteil von Ad-hoc, nämlich den unbekannten Preis. Für Fahrten Richtung Süden lohnt ein Blick auf die Ladestationen rund um Stuttgart. Wie stark Preise schwanken, zeigt unser Überblick Was kostet Ad-hoc-Laden?.
Unser Fazit: Der Ausbau ist ein echter Fortschritt für alle, die spontan laden wollen. Er ersetzt aber nicht den Preisvergleich. Wer einen Park anfährt, ohne den Preis zu kennen, zahlt im Zweifel den oberen Wert der Spanne.
Häufige Fragen
Wie viele Deutschlandnetz-Standorte an der Autobahn sind fertig?
Laut electrive (Stand 28.09.2026) sind 100 von 200 Autobahn-Standorten in Betrieb. Der hundertste steht an der A81 auf dem Rastplatz Räthisgraben in Fahrtrichtung Stuttgart.
Kann ich am Deutschlandnetz ohne Ladekarte und App laden?
Ja. Das Deutschlandnetz ist auf Zahlung mit Debit- oder Kreditkarte ausgelegt. Am neuen A81-Park geht das laut ecomento mit gängigen Karten, ein Vertrag ist nicht nötig.
Was kostet das Laden an den neuen Deutschlandnetz-Parks?
Preise nennt die Meldung nicht. Als Orientierung: Der Durchschnitt aller Ad-hoc-Stationen in unserer Datenbank liegt bei ca. 0,47 €/kWh, TotalEnergies-Standorte bei ca. 0,71 €/kWh mit Spanne von 0,48 bis 1,20 € (Stand 29.09.2026).
Welche Betreiber bauen die Autobahn-Standorte?
Laut electrive teilen sich E.ON Drive, TotalEnergies, Fastned und Autostrom Nord die 200 Standorte. TotalEnergies hat 11 von 33 zugewiesenen Standorten fertig.
Wann ist das Deutschlandnetz komplett?
Ursprünglich war Ende 2026 geplant. Nach electrive werden aber auch 2027 und in geringem Umfang 2028 noch Standorte fertig.