Ionity eröffnet 200. deutschen Ladepark: 600 kW in Karlsruhe
600 kW an einem einzigen Ladepunkt gab es in Deutschland bisher an genau einer Stelle. Seit dem 9. September 2026 sind es zwei: In Karlsruhe hat Ionity seinen 200. deutschen Ladepark eröffnet – und die Megawatt-Technik gleich mitgebracht. Interessanter als die Schlagzahl ist die Frage, was davon bei deinem Auto ankommt und was das Laden dort kostet.
Zwölf Ladepunkte an der Zimmerstraße
Der Standort liegt an der Zimmerstraße 24, wenige Minuten von der A5 entfernt; über das Autobahndreieck Karlsruhe geht es weiter auf die A8 Richtung Stuttgart. Zwölf Ladepunkte verteilen sich auf sechs Säulen mit je zwei Anschlüssen. Acht davon hängen am Megawatt-Ladesystem HYC1000 von Alpitronic und können unter passenden Bedingungen bis zu 600 kW pro Fahrzeug über CCS liefern, die restlichen vier an zwei Hyperchargern des Typs HYC400 mit bis zu 400 kW.
Damit wächst das deutsche Ionity-Netz laut Bericht von electrive auf mehr als 1.500 HPC-Ladepunkte. Europaweit weist das Joint Venture 892 geöffnete Standorte mit 6.475 Ladepunkten aus, 74 weitere sind im Bau. Karlsruhe ist erst der zweite deutsche Ionity-Standort mit der neuen Technik – der erste steht im nordrhein-westfälischen Werne.
Was 600 kW in der Praxis bedeuten
Beim HYC1000 sitzen die Leistungsmodule nicht mehr in der Säule, sondern in einem zentralen Schrank, dem Power Cabinet. Das verteilt sein Megawatt dynamisch auf bis zu vier Säulen. Lädt nur ein Auto, kann es die 600 kW abrufen. Hängen mehrere Fahrzeuge dran, wird geteilt.
Ionity selbst verspricht in seiner Pressemitteilung zum HYC1000 bis zu 300 Kilometer Reichweite in unter acht Minuten – „sofern das Fahrzeug die Technologie unterstützt“. Dieser Halbsatz ist der entscheidende. Kaum ein Serienmodell zieht heute dauerhaft mehr als 250 bis 350 kW, und Ionity bewirbt sein eigenes Netz weiterhin mit „bis zu 400 kW“. Der Spitzenwert ist also vor allem ein Versprechen an künftige Fahrzeuge.
Der Gewinn für dich liegt heute an anderer Stelle: Wenn an einem Feiertag alle sechs Säulen belegt sind, bricht die Leistung nicht so weit ein wie an einem Standort, an dem sich zwei Autos ein 350-kW-Modul teilen. Das ist unspektakulär, im Alltag aber wertvoller als jeder Rekordwert. Mehr zur Planung solcher Stopps steht im Guide zum Laden auf der Autobahn.
Was Ionity und die Karlsruher Konkurrenz verlangen
In unserer Datenbank sind aktuell 229 Ionity-Standorte mit 1.759 Ladepunkten in 190 Städten erfasst (Stand: 10.09.2026). Der Ad-hoc-Durchschnitt liegt bei 0,72 €/kWh, die Spanne bei 0,49 bis 0,76 €/kWh – das obere Ende ist die Folge der Preisrunde vom 1. Juli 2026. Immerhin: 227 der 229 Standorte sind rund um die Uhr offen, die durchschnittliche Auslastung der letzten 30 Tage beträgt 30 Prozent. Alle Adressen findest du in der Übersicht der gelisteten Ionity-Ladestationen.
Zum Vergleich der lokale Markt: Für Ladestationen in Karlsruhe führen wir 78 Standorte mit 332 Ladepunkten, davon 155 DC-Schnelllader bis 480 kW, verteilt auf 17 Betreiber. Ad hoc kostet die Kilowattstunde dort zwischen 0,17 und 1,01 €, im Schnitt 0,60 €. Auf eine Ladung von 50 kWh gerechnet sind das 8,50 € an der günstigsten und 50,50 € an der teuersten Säule. Rund 42 Euro Unterschied – innerhalb einer Stadt, am selben Tag.
Der neue Standort an der Zimmerstraße steht noch nicht in unserer Karte. Wer dort geladen hat, kann ihn über „Station hinzufügen“ melden – genau so wächst die Datenbank.
Warum Ad-hoc der Normalfall bleibt
An einem neuen Autobahn-Ladepark willst du keine App installieren, sondern laden. Karte dran, Strom, weiterfahren: ad hoc laden ohne Vertrag ist der Zustand, auf den die Branche zurückkommen muss, nicht die Notlösung. Ein Ionity-Abo senkt den kWh-Preis durchaus, kostet aber Grundgebühr und gilt nur in einem einzigen Netz. Ehrlich gesagt: Wer jede Woche 500 Kilometer Autobahn fährt und dabei fast immer bei Ionity hält, kann damit sparen. Alle anderen zahlen für ein Netz, das sie zweimal im Jahr sehen.
Der eine echte Nachteil von Ad-hoc ist, dass der Preis erst an der Säule steht. Genau das lösen wir: LadeSofort zeigt die Ad-hoc-Preise und die Verfügbarkeit vor der Abfahrt, samt Störungsmeldungen aus der Community – kostenlos, ohne Konto, spendenfinanziert. Bei 42 Euro Preisunterschied auf 50 kWh lohnt sich der Blick vor dem Losfahren mehr als jedes Abo.
Bleibt die Einordnung: 200 Standorte in achteinhalb Jahren sind ein solides Tempo, und die Megawatt-Technik ist ein sinnvoller Schritt. Nur hätte ein Preisschild, das man von der Straße aus lesen kann, den Ladealltag stärker verbessert als 200 zusätzliche Kilowatt.
Häufige Fragen
Wo genau steht der neue Ionity-Ladepark in Karlsruhe?
An der Zimmerstraße 24 in Karlsruhe, wenige Minuten von der A5 entfernt. Über das Autobahndreieck Karlsruhe besteht Anschluss an die A8 in Richtung Stuttgart. Gastronomie liegt laut Ionity in unmittelbarer Nähe.
Lädt mein E-Auto dort wirklich mit 600 kW?
Nur, wenn es die Leistung annehmen kann – und kaum ein heutiges Serienmodell zieht dauerhaft mehr als 250 bis 350 kW. Außerdem verteilt das zentrale Power Cabinet sein Megawatt auf bis zu vier Säulen: Laden mehrere Autos gleichzeitig, sinkt die Leistung pro Fahrzeug.
Kann ich bei Ionity ohne Vertrag und ohne App laden?
Ja. Ad-hoc-Laden per Giro- oder Kreditkarte ist an den Ionity-Säulen möglich, ohne Registrierung und ohne Abo. In unserer Datenbank liegt der Ad-hoc-Durchschnitt bei 0,72 €/kWh, die Spanne bei 0,49 bis 0,76 €/kWh (Stand: 10.09.2026).