Ratgeber 05. October 2026 5 Min. Lesezeit 30 Aufrufe

Kreditkarte an der Ladesäule im Ausland: Was Fremdwährung kostet

Hand hält Kreditkarte an das Kartenterminal einer Ladesäule, daneben lädt ein E-Auto

Du lädst 40 kWh, der Betrag liegt umgerechnet bei 24 Euro (Rechenbeispiel: 40 kWh à 0,60 €/kWh). Nur zeigt das Terminal in der Schweiz, in Dänemark oder Polen keine Euro an, sondern Franken, Kronen oder Złoty. Deine Kreditkarte muss also umrechnen, und je nachdem, wie du bezahlst, bleiben es ein paar Cent oder es werden ein paar Euro. Hier siehst du, wo das passiert, was es kostet und welcher Handgriff am Terminal den Unterschied macht. Stand: 06.10.2026.

Wo bei der Kreditkarte überhaupt eine Fremdwährung ins Spiel kommt

Im Euro-Raum, also etwa in Österreich, den Niederlanden, Frankreich, Italien oder Luxemburg, bucht deine Karte in Euro ab. Eine Umrechnung gibt es dort nicht, und Zahlungen in Euro dürfen innerhalb der EU nicht teurer sein als vergleichbare Inlandszahlungen. Lies für alle Fälle trotzdem das Preisverzeichnis deiner Karte, denn die Bedingungen legt dein Kartenanbieter fest.

Anders ist es bei Nachbarn mit eigener Währung. In unserer Datenbank stehen Stand 06.10.2026 48 Standorte in der Schweiz mit Ad-hoc-Preisen zwischen 0,27 und 0,86 €/kWh, dazu 2.354 Stationen in Dänemark mit einer Spanne von 0,04 bis 1,09 €/kWh. Polen ist bei uns mit zwei Standorten dünn besetzt; dort sind wir auf Meldungen aus der Community angewiesen. Wir zeigen alle Preise in Euro, du musst also nicht im Kopf rechnen, um zwei Säulen zu vergleichen.

Zwei Posten, die deine Rechnung verteuern können

Der erste Posten ist das Auslandseinsatzentgelt, also die Gebühr deiner Kartenfirma für Zahlungen in fremder Währung. Es liegt je nach Karte bei 0 bis etwa 2 Prozent des Betrags. Der zweite ist der Umrechnungskurs. Rechnet deine Bank um, bekommst du in der Regel einen marktnahen Kurs. Rechnet das Terminal um, ist der Kurs oft deutlich schlechter. Dann spricht man von Dynamic Currency Conversion (DCC), und nach Angaben von bezahlen.de (Stand 2018, die Größenordnung gilt weiter als Faustwert) liegt der Kursverlust bei 5 bis 10 Prozent.

Wie du zahlst Aufschlag in Prozent Mehrkosten bei 24 €
Landeswährung, Karte ohne Auslandsentgelt 0 0,00 €
Landeswährung, Karte mit bis zu 2 % Entgelt bis 2 bis 0,48 €
Umrechnung am Terminal (DCC) 5 bis 10 1,20 bis 2,40 €

Die Rechnung zeigt: Das Auslandsentgelt tut selten weh, die Terminal-Umrechnung schon. An einem einzelnen Ladevorgang sind es zwei Euro, bei einer zweiwöchigen Reise mit sechs bis acht Ladestopps läppert sich das. Nimm sechs Stopps zu je 24 €, also 144 €: Bei 2 Prozent Auslandsentgelt sind das 2,88 €, bei Terminal-Umrechnung mit 5 bis 10 Prozent Kursverlust aber 7,20 bis 14,40 €. Das ist ein Mittagessen, das du dir sparen kannst.

Der Säulenpreis schlägt jede Gebühr

So wichtig der Handgriff am Terminal ist, größer ist der Hebel an anderer Stelle: der Preis der Säule selbst. Die Schweizer Ad-hoc-Spanne von 0,27 bis 0,86 €/kWh bedeutet bei 40 kWh einen Unterschied zwischen 10,80 € und 34,40 €. Das sind 23,60 € Differenz, mehr als jede Fremdwährungsgebühr je ausmachen kann. Wer im Ausland Geld sparen will, schaut also zuerst auf den kWh-Preis und erst danach auf die Karte. Genau deshalb lohnt der Blick auf die Karte vor dem Einstecken, nicht erst auf die Abrechnung danach.

Eine Kleinigkeit noch zur Abbuchung: Der Betrag steht bei manchen Karten erst nach einigen Tagen endgültig fest, und der Umrechnungskurs kann vom Tag der Verbuchung abhängen. Bei Reisen mit kleinem Kreditrahmen oder einer Debitkarte lohnt es sich deshalb, Puffer auf dem Konto zu lassen. Wie lange das bei deiner Karte dauert, steht in den Bedingungen deines Anbieters.

Fragt das Terminal nach der Währung: immer Landeswährung

Bietet das Terminal die Wahl zwischen Euro und der lokalen Währung an, nimm die lokale. Der Anbieter muss dir vor der Zahlung beide Beträge zeigen und dich darauf hinweisen, dass du auch in der Währung des Empfängers zahlen kannst. Das schreibt die EU-Verordnung 2019/518 vor, und der Beleg muss diese Angaben ebenfalls enthalten. Der „Euro-Betrag“ wirkt bequem, weil du sofort weißt, was du zahlst. Genau diese Bequemlichkeit lässt sich der Umrechner bezahlen.

Kartenterminal an einer Ladesäule im Ausland, Hand wählt am Display die LandeswährungAm Terminal die Landeswährung wählen, nicht die Umrechnung in Euro 

Ladekarte oder Kreditkarte: ehrlich gerechnet

Wer eine Ladekarte oder App nutzt, zahlt in der Regel nach Tarif des Anbieters, oft mit Grundgebühr oder Roaming-Aufschlag im Ausland. Eine lokale App kann pro kWh ein paar Cent günstiger sein, das stimmt. Dafür kommen Registrierung, Vertrag und eine App pro Land dazu, und den Preis siehst du häufig erst nach dem Laden. Mehr dazu liest du im Artikel zum Roaming beim Laden. Die Fremdwährungsgebühr der Kreditkarte beträgt bei 24 € höchstens ein paar Cent bis knapp 50 Cent, wenn du in Landeswährung zahlst. Das ist selten das Argument für einen Vertrag. Ad-hoc-Laden mit Karte bleibt unser Standardweg: Karte ans Terminal, laden, weiterfahren, ohne Konto.

So gehst du an der Säule vor

  1. Prüfe vor der Reise im Preisverzeichnis deiner Karte, ob ein Auslandseinsatzentgelt anfällt.
  2. Schau dir den Preis vorab an. In der Live-Preis-Karte von LadeSofort steht er in Euro, bevor du losfährst, inklusive Verfügbarkeit.
  3. Wähle am Terminal die Landeswährung und hebe den Beleg auf, falls du die Abrechnung später vergleichen willst.

Planst du eine längere Auslandsetappe, hilft dir der Routenplaner, Stopps an Säulen mit Kartenzahlung zu legen. Einen Überblick über die Lage in den Nachbarländern gibt dir unser Ratgeber zum Laden im Ausland.

Fazit

Die Kreditkarte ist im Ausland ein guter Zahlweg, solange du dem Terminal die Umrechnung abnimmst. Euro-Länder sind unkompliziert, Franken, Kronen und Złoty verlangen einen Klick am Display, und der lohnt sich: zwei Euro pro Ladung sind kein Weltuntergang, aber auch kein Betrag, den man verschenken muss.

Häufige Fragen

Was kostet die Kreditkarte an der Ladesäule im Ausland?

Im Euro-Raum in der Regel nichts extra. In Ländern mit eigener Währung fällt je nach Karte ein Auslandseinsatzentgelt von etwa 0 bis 2 Prozent an. Bei 24 € Ladekosten sind das bis zu 0,48 €. Die genaue Höhe steht im Preisverzeichnis deiner Karte.

Welche Währung sollte ich am Terminal wählen?

Die Landeswährung, also Franken, Kronen oder Złoty. Die Umrechnung am Terminal (Dynamic Currency Conversion) ist meist schlechter als die deiner Bank und kostet laut bezahlen.de grob 5 bis 10 Prozent Kursverlust.

Darf das Terminal mir die Umrechnung aufdrängen?

Nein. Vor der Zahlung müssen beide Beträge sichtbar sein, und es muss erkennbar sein, dass du in der Währung des Empfängers zahlen kannst. Das regelt die EU-Verordnung 2019/518.

Sehe ich den Ladepreis im Ausland vor dem Laden?

Nicht immer am Terminal selbst. Auf der LadeSofort-Karte siehst du den Ad-hoc-Preis in Euro vorab, wenn die Station in unserer Datenbank geführt wird. In Polen sind es derzeit nur zwei Standorte.

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