Ratgeber 25. September 2026 11 Min. Lesezeit 10 Aufrufe

E-Auto laden im Supermarkt: Preise, Bezahlen und die besten Zeiten

E-Auto lädt an einer Ladesäule auf einem Supermarkt-Parkplatz, im Hintergrund der Markteingang

29 Cent pro Kilowattstunde an der Normalladesäule, 47 Cent am Ultraschnelllader: Mit diesen Preisen liegt ein Supermarktparkplatz unter dem, was die meisten Menschen zu Hause für Haushaltsstrom zahlen. Nur gilt dieser Preis eben nicht überall, und an manchen Ketten bekommst du ihn nur, wenn du vorher eine App installierst und ein SEPA-Lastschriftmandat erteilst.

Genau darum geht es hier: was das Laden beim Einkaufen wirklich kostet, wo der günstige Preis an einer Registrierung hängt, wie du ohne App bezahlst – und wann der Lader auf dem Parkplatz überhaupt frei ist. Die Auslastungszahlen dafür stammen aus unserer eigenen Datenbank.

Warum ausgerechnet der Supermarkt zum Ladeplatz geworden ist

Der Handel hat begriffen, dass ein Ladepunkt Kundschaft hält. Nach dem EHI-Whitepaper „Elektromobilität im Handel 2026" – befragt wurden 32 Handelsketten mit 35.265 Filialen sowie sieben Ladepunktbetreiber – bieten 89 Prozent der Händler ihrer Kundschaft inzwischen Lademöglichkeiten an. Weitere 7 Prozent planen es. Für gerade einmal 4 Prozent ist das Thema durch, meist weil schlicht kein eigener Parkplatz da ist.

Interessanter als die Zahl selbst ist die Verschiebung dahinter. Früher hing an der Filiale eine AC-Säule mit 22 kW, gedacht für den großen Wocheneinkauf. Heute rücken Schnelllader nach. Laut EHI liegt der Anteil der High Power Charger über 150 kW bei 62 Prozent, wenn ein externer Ladepunktbetreiber die Station aufstellt – betreibt der Händler selbst, sind es nur 33 Prozent. Für dich heißt das: Ob auf dem Parkplatz ein Schnarchlader oder ein 200-kW-Gerät steht, entscheidet oft nicht die Kette, sondern wer dahintersteckt.

Was das Laden im Supermarkt kostet

Die Listenpreise der großen Ketten

Die Discounter veröffentlichen ihre Preise – das ist erfreulich und in der Ladebranche keine Selbstverständlichkeit. Nur bedeuten dieselben Zahlen nicht überall dasselbe, weil die Bedingung dahinter eine andere ist.

Kette AC (bis 22 kW) DC / HPC Gilt der Preis ohne App?
Aldi Süd 29 ct/kWh 44 ct (bis 50 kW) · 47 ct (ab 150 kW) Ja – Giro- oder Kreditkarte direkt an der Säule
Lidl 29 ct/kWh 48 ct/kWh Nein – „Discount-Preis mit Lidl Plus"
Kaufland 29 ct/kWh 48 ct/kWh Nein – App-Preis, ad hoc teurer
Rewe, Penny, Edeka & Co. je nach Betreiber je nach Betreiber Tarif des Ladepunktbetreibers, nicht des Marktes

Die letzte Zeile ist kein Ausweichen, sondern die Realität: Bei Rewe, Penny oder Edeka steht meist kein eigenes Ladeangebot auf dem Parkplatz, sondern die Säule eines Ladepunktbetreibers wie EnBW, Electra oder Jolt. Einen „Rewe-Ladepreis" gibt es deshalb nicht – es gilt der Tarif der Firma, deren Name auf dem Gehäuse steht. Praktisch liegen diese Angebote spontan meist zwischen 55 und 79 Cent pro Kilowattstunde und damit klar über dem Discounter-Niveau. Entscheidend ist also nicht das Logo über dem Eingang, sondern das Gerät neben dem Parkplatz.

Was unsere Daten zum tatsächlichen Ad-hoc-Preis sagen

Listenpreis und das, was spontan Ladende wirklich zahlen, sind zwei Paar Schuhe. In unserer Datenbank sieht das am 16.09.2026 so aus:

Kette Standorte Ø Ad-hoc-Preis Spanne
Aldi Süd 766 in 535 Städten ca. 0,39 €/kWh 0,29 – 0,47 €
Lidl 901 in 637 Städten ca. 0,52 €/kWh 0,29 – 0,78 €
Kaufland 435 in 349 Städten ca. 0,53 €/kWh 0,29 – 0,78 €

13 Cent Unterschied zwischen Aldi Süd und Lidl, bei fast identischen Listenpreisen. Das liegt nicht daran, dass Lidl teurer wäre als angekündigt – sondern daran, dass der angekündigte Preis bei Lidl und Kaufland ein App-Preis ist. Wer ohne App lädt, landet in einem anderen Tarif. Und die Obergrenze von 0,78 € zeigt, wie weit das im Einzelfall auseinandergeht.

Kontaktloses Bezahlen mit Girocard am Kartenterminal einer Ladesäule beim Supermarkt Ein Kartenterminal an der Säule bedeutet: laden und zahlen ohne Registrierung.

Der Haken: Der günstige Preis hängt oft an einer App

Bei Lidl und Kaufland läuft der beworbene Tarif über die Handels-App. Um dort zu laden, musst du laut der Lidl-FAQ zu den E-Ladesäulen die Lidl-Plus-App installieren, dich registrieren und zusätzlich Lidl Pay freischalten – inklusive Bankverbindung, SEPA-Lastschriftmandat und einer Kontoverifizierung, die ein bis drei Werktage dauern kann. Wer das am Freitagnachmittag mit 8 Prozent Restladung auf dem Parkplatz feststellt, hat ein Problem.

Ehrlich bleiben gehört dazu: Der App-Preis ist an diesen Säulen tatsächlich der günstigere. 48 Cent für DC-Strom sind ein fairer Wert. Aber du zahlst ihn nicht nur mit Geld. Du bindest dich an eine Kette, gibst Kontodaten für eine Tankfüllung heraus, und der Preis, den du ohne App bekommst, steht vorher nirgends – weder in der FAQ noch auf dem Display, bevor du gestartet hast. Genau dieser Blindflug ist der Punkt, an dem spontanes Laden in Deutschland bis heute hakt.

Aldi Süd macht es anders und zeigt damit, dass es geht: Girocard oder Kreditkarte ans Terminal, laden, fertig – zum selben Preis wie alle anderen, ohne Registrierung. Wer eine Ladekarte eines Drittanbieters nutzt, zahlt dort übrigens den Tarif dieses Anbieters, der oft deutlich über den 29 bis 47 Cent liegt. Auch das ein Argument für den direkten Kartenzahler.

So lädst du im Supermarkt ohne App

Kontaktlos mit Giro- oder Kreditkarte

Der kürzeste Weg. An der Säule den Ladeanschluss auswählen, „mit Karte zahlen" bestätigen, Karte ans Terminal halten, Stecker rein. Beenden funktioniert genauso – mit derselben Karte, mit der du autorisiert hast. Das ist wichtig: Eine andere Karte oder ein anderes Handy-Wallet erkennt die Säule nicht als denselben Vorgang.

Dass immer mehr Säulen im Handel ein Terminal haben, ist kein Zufall. Die EU-Verordnung AFIR schreibt für neu errichtete Schnellladepunkte ab 50 kW ein Kartenlesegerät vor – Bestandssäulen sollen bis Anfang 2027 nachgerüstet werden. Der Trend geht also dorthin, wo es für Kundschaft am einfachsten ist: hinfahren, Karte dranhalten, laden.

QR-Code und Bezahlseite im Browser

Hat die Säule kein Terminal, führt der QR-Code am Ladepunkt weiter. Bei Lidl landest du auf einer Web-Bezahlseite, auf der du ohne Konto mit Kreditkarte oder PayPal startest. Kaufland handhabt es ähnlich. Der Weg funktioniert zuverlässig, setzt aber halbwegs stabiles Mobilfunknetz voraus – auf einem Parkplatz im Untergeschoss also besser vorher einplanen.

Womit du rechnen solltest: die Vorautorisierung

Beim Kartenzahlen reserviert die Säule vorab einen Betrag auf deiner Karte, oft zwischen 30 und 80 Euro. Abgebucht wird am Ende nur das, was du tatsächlich geladen hast. Die Reservierung verschwindet je nach Bank nach einigen Tagen wieder. Bei einer Debitkarte mit knappem Kontostand ist das gut zu wissen, bei einer Kreditkarte spürst du es praktisch nie.

Autofahrer scannt den QR-Code an einer Ladesäule auf dem Supermarktparkplatz, um ohne App zu ladenOhne Handels-App geht es per QR-Code über eine Bezahlseite im Browser. 

Öffnungszeiten, Parkdauer, Hausrecht

Nicht jeder Lader läuft rund um die Uhr

Der größte Unterschied im Alltag, über den kaum jemand spricht: Bei Lidl ist das Aufladen ausdrücklich nur während der Filial-Öffnungszeiten möglich. Sonntags steht die Säule also still. Aldi Süd dagegen gibt an, dass viele Standorte auch außerhalb der Öffnungszeiten nutzbar sind, einige sogar durchgehend. Wer abends um 21 Uhr nachladen will, sollte das vorher prüfen statt vor verschlossener Schranke zu stehen.

Höchstparkdauer und Parkscheibe

Ein Ladeplatz auf einem Handelsparkplatz ist zuerst einmal ein Parkplatz – mit der Höchstparkdauer, die dort ausgeschildert ist, meist 90 bis 120 Minuten mit Parkscheibe. Die gilt auch dann, wenn dein Auto lädt. Zwei Regeln greifen parallel: Parkscheibe rein, und den Platz räumen, wenn der Ladevorgang durch ist. An einem 150-kW-Lader ist der Wocheneinkauf ohnehin länger als die Ladung.

Privatgrund heißt: Es gilt das Hausrecht

Anders als an einer Straßenlaterne ist der Supermarktparkplatz kein öffentlicher Verkehrsraum. Kein Ordnungsamt, keine 55 Euro Verwarnung für Falschparker – dafür ein Betreiber, der abschleppen lassen darf. Das schützt dich als Ladenden auch: Steht ein Verbrenner auf dem Ladeplatz, ist der Marktleiter der richtige Ansprechpartner, nicht die Polizei.

Beschilderter E-Ladeplatz auf einem Supermarktparkplatz mit Hinweis auf HöchstparkdauerAuch beim Laden gilt die ausgeschilderte Höchstparkdauer des Parkplatzes. 

Wann der Lader frei ist – was unsere Live-Daten zeigen

Wir messen die Belegung der Ladepunkte in unserer Datenbank laufend mit. Über die vergangenen 79 Tage ergibt sich ein Bild, das man auf dem Parkplatz nicht sieht, aber gut nutzen kann:

  • Aldi Süd liegt im Schnitt bei 25 Prozent Auslastung (723 Standorte mit Messwerten). Am vollsten sind Montag und Samstag mit je rund 30 Prozent, am ruhigsten Mittwoch mit 25 Prozent.
  • Lidl kommt auf 21 Prozent im Mittel (852 Standorte). Der Mittwoch fällt hier mit 14 Prozent deutlich ab – statistisch der entspannteste Ladetag der Woche.
  • Kaufland liegt bei 20 Prozent (415 Standorte), mit dem Sonntag als Ausreißer nach unten (12 Prozent) – wenig überraschend bei geschlossenen Märkten.

Die praktische Lehre daraus: Handelsparkplätze sind im Schnitt zu vier Fünfteln frei. Die Angst, vor einer besetzten Säule zu stehen, ist bei diesem Ladetyp deutlich kleiner als an der Autobahn. Wer flexibel ist, legt den Ladeeinkauf auf Mittwoch statt Samstagvormittag.

 Mehrere Ladepunkte auf einem Supermarktparkplatz, teilweise belegt, teilweise frei Im Schnitt sind vier von fünf Ladepunkten auf Handelsparkplätzen frei. 

Für wen sich das Laden beim Einkaufen wirklich rechnet

Laternenparker

Wer keine Wallbox hat, gewinnt am meisten. Ein Wocheneinkauf von 40 Minuten an einem 50-kW-Lader bringt grob 30 kWh – bei vielen Autos gut 150 Kilometer. Für einen durchschnittlichen Alltagsbedarf reicht das oft bis zum nächsten Einkauf. Zu 44 Cent sind das rund 13 Euro. Der Supermarkt ersetzt damit für viele die Wallbox, die sie nicht bauen dürfen. Mehr Wege dorthin haben wir im Ratgeber zum kostenlosen und günstigen Laden ohne eigene Ladestation gesammelt.

Kurzstreckenfahrer mit festem Einkaufsrhythmus

Wer zweimal pro Woche denselben Markt ansteuert, braucht praktisch nie eine Ladeplanung. Die AC-Säule zu 29 Cent liegt unter dem Haushaltsstrompreis – dieselbe Kilowattstunde ist auf dem Parkplatz billiger als in der eigenen Garage. Das ist einer der wenigen Fälle, in denen öffentliches Laden günstiger ist als zu Hause.

Wann du besser woanders lädst

Auf der Langstrecke nicht. Ein Umweg von der Autobahn in einen Ort, eine Höchstparkdauer und Öffnungszeiten machen den Supermarkt zum schlechten Reise-Ladestopp. Und wenn du nur 10 Minuten stehen willst, ist ein HPC-Park an der Ausfahrt sinnvoller, auch wenn er ein paar Cent mehr kostet.

So findest du den günstigen Supermarkt-Lader in deiner Nähe

Das eigentliche Problem beim spontanen Laden ist nicht das Bezahlen – das ist gelöst, sobald ein Kartenterminal an der Säule hängt. Das Problem ist, dass du den Preis erst siehst, wenn du davorstehst. Genau dafür ist unsere Karte gebaut: Sie zeigt für jeden Standort den Ad-hoc-Preis, die Ladeleistung und die aktuelle Verfügbarkeit, bevor du losfährst. Ohne Konto, ohne App-Zwang, für alle Betreiber gleich.

Ein Beispiel: In Mannheim verteilen sich 741 Ladepunkte auf 191 Standorte und 23 Betreiber. Der Ad-hoc-Durchschnitt liegt dort bei 0,59 €/kWh, die Spanne reicht von 0,29 bis 0,96 €. Der Discounter-Lader am Rand des Wohngebiets ist in dieser Stadt also nicht nur bequem, sondern ziemlich sicher die günstigste Option – aber eben nur, wenn du vorher weißt, welcher es ist. Wie spontanes Laden ohne Vertrag grundsätzlich funktioniert, erklären wir ausführlich auf unserer Seite zum Ad-hoc-Laden.

Fehlt eine Säule auf der Karte oder stimmt ein Preis nicht mehr? Trag sie über „Station hinzufügen" ein – die Daten leben davon, dass Leute melden, was sie an der Säule sehen.

Smartphone mit Ladesäulen-Karte auf dem Armaturenbrett, im Hintergrund ein Supermarktparkplatz mit LadestationPreis und Verfügbarkeit vorher prüfen spart auf dem Parkplatz die Überraschung. 

Was das für deinen nächsten Einkauf heißt

Der Supermarktparkplatz ist der ehrlichste Ladeplatz, den Deutschland gerade hat – vorausgesetzt, die Kette lässt dich mit Karte zahlen. Wo ein Terminal hängt, lädst du zum gleichen Preis wie alle, ohne Registrierung, ohne Abo, ohne dass jemand deine Bankverbindung braucht. Wo der Preis an einer Handels-App klebt, ist er zwar niedriger, kostet dich aber Bindung und Transparenz.

Praktisch heißt das: Preis und Verfügbarkeit vorher auf der Karte prüfen, Parkscheibe nicht vergessen, Öffnungszeiten mitdenken – und im Zweifel den Lader nehmen, an dem eine Karte reicht. Auf Dauer setzt sich das durch, weil es die einzige Bezahlart ist, die an jeder Säule in jedem Land funktioniert.

E-Auto lädt am Abend an einer beleuchteten Ladesäule vor einem SupermarktNicht jede Säule im Handel ist rund um die Uhr nutzbar – das lohnt einen Blick vorab. 

Häufige Fragen

Was kostet Ladestrom bei Aldi?

Aldi Süd verlangt 29 ct/kWh an Normalladesäulen bis 22 kW, 44 ct/kWh an Schnellladern bis 50 kW und 47 ct/kWh ab 150 kW Nennleistung. Bezahlt wird direkt an der Säule mit Giro- oder Kreditkarte, ohne Registrierung. Über alle 766 Aldi-Süd-Standorte in unserer Datenbank liegt der Ad-hoc-Schnitt bei rund 0,39 €/kWh. Nutzt du stattdessen eine Ladekarte eines Drittanbieters, gilt dessen Tarif – der liegt meist deutlich höher.

Kann ich auch ohne Ladekarte ein Elektroauto laden?

Ja. Das heißt Ad-hoc-Laden und funktioniert an immer mehr Säulen im Handel per Kartenterminal: Ladepunkt am Display auswählen, Giro- oder Kreditkarte kontaktlos dranhalten, Stecker einstecken. Hat die Säule kein Terminal, führt der QR-Code am Ladepunkt auf eine Bezahlseite im Browser, auf der du ohne Konto mit Kreditkarte oder PayPal zahlst. Beenden musst du mit derselben Karte, mit der du gestartet hast.

Wo kann ich mein Elektroauto gratis laden?

Fast nirgends mehr. Die großen Ketten haben ihre Gratis-Angebote nacheinander beendet – Aldi Süd, Lidl, Kaufland und die Baumärkte rechnen heute ab. Übrig bleiben einzelne Hotels, Autohäuser und Kommunen mit eigenen Sonderregeln sowie gelegentliche befristete Aktionen. Statt Gratisladern zu hinterherzufahren, lohnt der Blick auf die 29-Cent-AC-Säulen im Handel: Die liegen unter dem üblichen Haushaltsstrompreis.

Wie viel kostet es, ein E-Auto bei REWE aufzuladen?

Einen einheitlichen Rewe-Preis gibt es nicht. Auf Rewe- und Penny-Parkplätzen stehen Säulen externer Ladepunktbetreiber wie EnBW, Electra oder Jolt – abgerechnet wird nach deren Tarif, nicht nach dem des Marktes. Spontan ohne Vertrag liegen diese Angebote meist zwischen 55 und 79 ct/kWh. Den konkreten Preis des jeweiligen Standorts siehst du vorab auf unserer Karte.

Tags:
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