E-Auto laden beim Baumarkt: Was es kostet – und wer die Säulen betreibt
Fensterbank abgemessen, Farbe eingeladen, Blumenerde im Kofferraum – und der Akku bei 22 Prozent. Lohnt sich jetzt der Blick auf den Parkplatz, oder reicht die Fahrt gerade noch bis zur nächsten Autobahn-Raststätte? Immer häufiger lautet die Antwort: Du musst gar nicht extra anfahren. An immer mehr Bau- und Heimwerkermärkten steht längst eine eigene Ladesäule – oft ganz ohne dass es jemand an der Kasse erwähnt.
Warum Baumärkte überhaupt Ladesäulen aufstellen
Der Grund ist selten Nachhaltigkeits-PR, sondern Baurecht. Das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) verpflichtet gewerblich genutzte Gebäude mit größeren Parkflächen – dazu zählen die weitläufigen Parkplätze der Baumarktketten – zur Vorverkabelung und ab bestimmten Schwellenwerten zur tatsächlichen Errichtung von Ladepunkten. Für die Betreiber kommt ein handfester Nebeneffekt dazu: Wer Fliesen, Farbe oder eine neue Wand-Regalwand kauft, bleibt ohnehin 45 Minuten oder länger auf dem Gelände. Genau die Zeit, die ein Ad-hoc-Ladevorgang an einer Schnellladesäule braucht.
Was unsere Datenbank bei toom, Bauhaus, hagebau & Hornbach zeigt
Wir haben unsere eigene Stationsdatenbank am 27.09.2026 nach den großen Baumarktketten durchsucht. Das Ergebnis ist ernüchternd und interessant zugleich: Von rund 36.800 Ad-hoc-Ladestationen bundesweit tragen aktuell 49 einen der vier großen Namen im Stationstitel – 18 bei toom, 14 bei hagebau, 13 bei Bauhaus und 4 bei Hornbach. Gemessen an den knapp 2.000 Bau- und Heimwerkermärkten, die der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) für Deutschland zählt, hat also erst gut jeder 40. Standort eine für uns erkennbare eigene Säule.
| Kette | Stationen in unserer DB (DE) | Häufigste Betreiber |
|---|---|---|
| toom Baumarkt | 18 | Allego, TotalEnergies, EnBW |
| hagebaumarkt | 14 | EnBW, Allego, Ecotap, TEAG Mobil |
| Bauhaus | 13 | EnBW, Ladenetz, MVV Enamic |
| Hornbach | 4 | Pfalzwerke |
Auffällig: Keine einzige Kette betreibt die Säulen selbst. Es sind durchweg externe Ladenetzbetreiber, die auf dem gepachteten Parkplatzstück ihre eigene Technik hinstellen – das erklärt auch, warum ein toom in Köln-Zollstock ganz anders bezahlt werden kann als ein toom in Bad Salzuflen. Ein Beispiel aus unserer Datenbank: In Köln lädst du am toom Baumarkt-Standort über Allego, in Schorndorf betreibt dagegen die örtliche EnBW-Tochter die Säule.
IKEA und Mer: Vom Gratis-Strom zur Rabatt-App
Beim Stichwort Möbelhaus denken die meisten zuerst an IKEA – und tatsächlich lohnt sich der Blick, allerdings anders als erwartet. In unserer Datenbank taucht aktuell keine einzige mit „IKEA" benannte Station in Deutschland auf; die fünf Treffer bundesweit liegen alle in Österreich. Das heißt nicht, dass es keine Lader gibt, sondern dass sie unter anderem Namen erfasst sind oder schlicht seltener sind, als die eigene Pressearbeit des Konzerns vermuten lässt.
Und die Pressearbeit ist ein eigenes Kapitel: Nach Jahren mit kostenlosem Strom ist Laden bei IKEA seit 2025 kostenpflichtig. Betreiber ist Mer, die Tarife liegen laut Elektroauto-News bei 0,49 € je kWh an AC-Punkten, 0,57 € an 50-75-kW-Ladern und 0,69 € an den schnellsten Stationen. Wer sich als IKEA-Family- oder Business-Network-Mitglied in der Mer-App registriert, bekommt 20 Prozent Rabatt – gedeckelt auf die ersten 1.000 kWh im Kalenderjahr. Bis 2028 sollen an den 54 deutschen Einrichtungshäusern über 1.000 neue Ladepunkte entstehen.
Der Rabatt ist real, aber er hat einen Preis: eine App-Registrierung und eine Mitgliedschaft, die dich an ein Konto bindet. Ohne beides zahlst du den vollen Tarif – ganz normal per Karte, wie an jeder anderen Ad-hoc-Säule. Genau das ist der Unterschied, um den es beim Ad-hoc-Laden immer geht: Der Rabatt lohnt sich nur, wenn du ohnehin regelmäßig bei IKEA bist. Für den Gelegenheitseinkauf ist die App-Pflicht unnötiger Aufwand für ein paar Cent.
Ad-hoc bezahlen statt Vertrag: So läuft es an der Baumarkt-Säule wirklich
Die gute Nachricht für alle, die nur einmal im Monat eine Palette Pflastersteine holen: An den Stationen von toom, hagebau und Bauhaus in unserer Datenbank ist durchgehend Kreditkarte, VISA, QR-Code und kontaktloses Bezahlen hinterlegt – keine App-Pflicht, kein Vertrag, kein Betreiber-Konto. Du fährst hin, steckst das Kabel ein, hältst die Karte an den Leser und lädst los. Das ist der Normalfall, auf den wir bei LadeSofort hinarbeiten: bezahlen wie an der Tankstelle, nicht wie bei einem Streaming-Abo.
Fliesen, Farbe, Vollladung: Der Einkauf dauert meist länger als der Ladestopp.
Ob AC oder DC an der jeweiligen Säule steckt, verrät dir am verlässlichsten die Anzeige vor Ort oder die Live-Karte – nicht jede Baumarkt-Station ist ein Schnelllader, viele sind klassische 11- oder 22-kW-AC-Punkte für die Standzeit des Einkaufs. Was den Unterschied für deine Ladezeit ausmacht, erklären wir ausführlich im Ratgeber AC oder DC laden. Bei den Allego-Stationen an mehreren toom-Standorten handelt es sich in der Praxis meist um DC-Schnelllader; die Betreiberseite von Allego zeigt, wo genau.
Live-Preise statt Überraschung an der Kasse
Der eigentliche Ad-hoc-Nachteil ist nicht das Bezahlen selbst, sondern dass du vorher oft nicht weißt, was dich erwartet – 0,49 € oder 0,69 € sind ein Unterschied, den man vorher kennen sollte, bevor man den Stecker einsteckt. Genau da kommt die Live-Preis-Karte von LadeSofort ins Spiel: Du siehst vor der Fahrt zum Baumarkt, welcher Anbieter an der Säule sitzt und was er gerade verlangt, statt es erst am Ladepunkt zu erfahren. Auf dem Ad-hoc-Ratgeber erklären wir, wie du generell ohne Vertrag und ohne App durchs Land lädst – die Baumarkt-Säule ist nur ein Baustein davon.
Karte ran, laden los: An den meisten Baumarkt-Säulen reicht das ganz ohne App.
Praxis-Tipps für den Ladestopp beim Baustoff-Einkauf
- Vor der Fahrt kurz auf der Live-Karte prüfen, ob die Säule am Wunschmarkt frei und der Preis in Ordnung ist – nicht jeder Standort hat einen Preis hinterlegt, dann lieber vorsichtshalber mit der teuersten Tarifstufe rechnen.
- Bei IKEA lohnt sich die Mer-App nur, wenn du wirklich IKEA-Family-Mitglied bist und öfter dort einkaufst; für den Einzelbesuch reicht die normale Kartenzahlung.
- Rechne mit AC-Tempo, nicht mit Schnelllader-Tempo – wer nur 20 Minuten für Farbe und Pinsel braucht, lädt in dieser Zeit selten mehr als 10 bis 15 kWh nach.
- Steht am gewünschten Markt gar keine Säule in unserer Datenbank, hilft der Blick auf die nächste Supermarkt- oder Tankstellen-Ladesäule in der Umgebung – die Trefferquote ist dort inzwischen höher.
Für die meisten Ad-hoc-Lader bleibt die Rechnung simpel: Der Baumarkt-Parkplatz ist kein verlässlicher erster Ladeort, aber ein brauchbarer zweiter – überall dort, wo eine der vier großen Ketten tatsächlich eine Säule aufgestellt hat, lädst du ohne Vertrag, ohne App und ohne Warteschlange, während der Kofferraum sich mit Blumenerde und Farbeimern füllt.
Häufige Fragen
Ist Laden am Baumarkt-Parkplatz kostenlos?
Nur noch selten. Die großen Ketten haben ihre Ladesäulen an externe Betreiber wie Allego, EnBW oder TotalEnergies verpachtet, die regulär abrechnen. Bei IKEA ist der einst kostenlose Strom seit 2025 komplett kostenpflichtig.
Brauche ich eine App oder Ladekarte bei toom, Bauhaus, hagebau oder Hornbach?
Nein. Laut unserer Datenbank akzeptieren die Stationen an diesen Ketten durchgehend Kreditkarte, VISA, QR-Code und kontaktloses Bezahlen – du zahlst ad-hoc, ohne Vertrag oder Registrierung.
Wie schnell lädt mein E-Auto auf dem Baumarkt-Parkplatz?
Das kommt auf die Säule an. Viele Standorte sind klassische AC-Lader mit 11 oder 22 kW, einige – etwa mehrere toom-Standorte von Allego – sind DC-Schnelllader. Die genaue Leistung zeigt dir die Anzeige vor Ort oder die Live-Karte.
Gibt es bei IKEA noch kostenloses Laden?
Nein, seit 2025 nicht mehr. IKEA-Family- und Business-Network-Mitglieder bekommen über die Mer-App 20 Prozent Rabatt auf die ersten 1.000 kWh im Jahr, alle anderen zahlen den vollen Tarif zwischen 0,49 und 0,69 € pro kWh.