News 07. October 2026 3 Min. Lesezeit 12 Aufrufe

Ladesäulenatlas 2026: Wo es die meisten Ladepunkte gibt

Reihe öffentlicher Ladepunkte in einer deutschen Innenstadt, Ladesäulenatlas 2026

Stuttgart kommt auf 2.107 öffentliche Ladepunkte pro 100 Quadratkilometer, der Landkreis Prignitz in Brandenburg auf 3,5. Das ist rund das 600-Fache und die Kernzahl des Ladesäulenatlas 2026, den das Energieunternehmen 1Komma5° am 5. Oktober veröffentlicht hat (Bericht bei electrive). Wir haben die Spitzenstädte gegen unsere eigene Datenbank gelegt. Da zeigt sich, was die Dichte verschweigt.

Das steht im Ladesäulenatlas 2026

Die Auswertung stützt sich auf Daten der Bundesnetzagentur und von Destatis und vergleicht 107 kreisfreie Städte mit 294 Landkreisen. Bundesweit zählt sie 209.136 öffentliche Ladepunkte, davon 150.316 Normal- und 58.820 Schnellladepunkte. Das sind 24 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Bundesnetzagentur selbst weist für den 1. September 2026 157.762 Normal- und 56.572 Schnellladepunkte aus, zusammen 214.334. Die Zählweisen weichen also leicht ab.

  • Kreisfreie Städte: Stuttgart (2.107 je 100 km², +12 %) vor Regensburg (1.452, +19 %) und München (1.179, +19 %). Schlusslicht ist Suhl mit 53. Den größten Sprung macht Schwabach in Bayern mit +112 % auf 172.
  • Landkreise: Mettmann (344, +40 %) vor Böblingen (328, +19 %) und dem Main-Taunus-Kreis (281). Am stärksten wächst die Wesermarsch mit +113 %.
  • Bundesländer: Unter den Flächenländern führt Nordrhein-Westfalen mit 121 Ladepunkten je 100 km², Baden-Württemberg folgt mit 99. Brandenburg (17), Mecklenburg-Vorpommern (14), Sachsen-Anhalt (18) und Thüringen (26) liegen weit zurück. Die Stadtstaaten Berlin (849) und Hamburg (791) sind ohnehin eine eigene Liga.

Dichte ist nicht gleich Schnellladen

Ein Ladepunkt je Parkplatz hilft dir auf der Durchreise wenig, wenn er nur 11 kW liefert. Deshalb haben wir die Atlas-Städte mit unserer Datenbank abgeglichen (Stand 7. Oktober 2026):

Stadt Standorte Ladepunkte davon DC (ab 50 kW) Ø Ad-hoc-Preis
Stuttgart 499 3.244 164 (5 %) 0,50 €/kWh
Regensburg 58 470 118 (25 %) 0,53 €/kWh
München 122 1.531 228 (15 %) 0,49 €/kWh
Suhl 9 26 16 (62 %) 0,58 €/kWh

Stuttgart gewinnt die Dichte-Wertung, ist aber zu 95 Prozent Wechselstrom: Das ist gut fürs Laden über Nacht oder beim Einkauf, für eine 20-Minuten-Pause weniger. Regensburg bietet auf kleinerer Fläche einen Schnelllader-Anteil von einem Viertel. Suhl, im Atlas Letzter, hat 26 Ladepunkte und davon 16 mit Schnellladeleistung. Für Durchreisende ist das mehr wert, als die Platzierung vermuten lässt. Mehr zum Unterschied erklären wir im Beitrag AC oder DC laden.

Den Preis verrät keine Dichte-Statistik

Allein in Stuttgart liegen laut unserer Datenbank 55 Cent zwischen der günstigsten Säule (0,24 €/kWh) und der teuersten (0,79 €/kWh). In Regensburg reicht die Spanne von 0,24 bis 0,98 €/kWh. Ein dichtes Netz bedeutet deshalb nicht automatisch ein günstiges. Unsere Haltung dazu: Ad-hoc-Laden ohne Vertrag und mit Karte ist der Normalfall, auf den es hinauslaufen sollte. Der einzige echte Haken ist, dass der Preis oft erst an der Säule sichtbar wird. Genau das lösen wir mit der Live-Preis-Karte: Du siehst den kWh-Preis, bevor du abbiegst, und kannst den Ad-hoc-Tarif direkt vergleichen. Wie das Bezahlen ohne Vertrag funktioniert, steht auf unserer Seite Ad-hoc-Laden.

Einordnung: was der Atlas nicht misst

Die Zahl bezieht sich auf die Fläche, nicht auf Einwohner, Auslastung oder Störungen. Eine dünn besiedelte Gemeinde mit wenigen, aber zuverlässigen Schnellladern kann besser versorgt sein als eine Innenstadt voller belegter Wechselstromsäulen. electrive weist darauf hin, dass die Debatte sich von der Menge zu Verfügbarkeit, Ladeleistung und Standortwahl verschiebt. Für deine Planung zählt der konkrete Standort. Wie du Schnelllader in deiner Nähe findest, steht im Ratgeber Schnellladestation in der Nähe.

Häufige Fragen

Welche Stadt hat die meisten Ladepunkte?

Gemessen an der Fläche führt laut Ladesäulenatlas 2026 Stuttgart mit 2.107 Ladepunkten je 100 Quadratkilometer, vor Regensburg (1.452) und München (1.179). In absoluten Zahlen liegen große Städte wie Berlin vorn: In unserer Datenbank stehen dort 6.248 Ladepunkte.

Wie viele öffentliche Ladepunkte gibt es in Deutschland?

Der Ladesäulenatlas 2026 zählt 209.136 öffentliche Ladepunkte, davon 58.820 Schnellladepunkte. Die Bundesnetzagentur nennt für den 1. September 2026 insgesamt 214.334 (157.762 Normal- und 56.572 Schnellladepunkte).

Wo gibt es in Deutschland die wenigsten Ladepunkte?

Der Atlas sieht den Osten hinten: Brandenburg kommt auf 17 Ladepunkte je 100 km², Mecklenburg-Vorpommern auf 14, Sachsen-Anhalt auf 18 und Thüringen auf 26. Schlusslicht unter den Landkreisen ist die Prignitz mit 3,5.

Sagt die Ladepunktdichte etwas über die Preise aus?

Nein. In Stuttgart liegen laut unserer Datenbank 55 Cent zwischen der günstigsten und der teuersten Ad-hoc-Säule. Den Preis vorab zeigt die Live-Preis-Karte von LadeSofort.

Tags:
ad-hoc-laden Ladeinfrastruktur Ladepunkte Ladesäulenatlas Stuttgart
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